‘당사자성’, 그 너머의 도발: 파티 아킨의 <심판>에 나타난 금발의 아리아인의 인종혐오범죄 복수극
„Die Betroffenheit“ und Provokation jenseits der Betroffenheit: Die Rache einer blonden Arierin für ein rassistisch motiviertes Verbrechen in Fatih Akins „Aus dem Nichts“
  • 김혜진
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초록

Derzeit ist einer der wichtigsten akademischen Diskurse über Multikulturalismus in Deutschland durch eine grundlegende "Inkommensurabilität“ in der Kommunikation gekennzeichnet: Der "Andere“ bleibt der "Andere“ und kann niemals zum "Selbst“ werden. Dies zeigt sich in der Realität darin, dass die Fremdenfeindlichkeit gegenüber türkischen Migrantinnen in Deutschland heute ein dem Antisemitismus vergleichbares Ausmaß erreicht hat. Dieses auf Realitäten basierende Narrativ von Migranten wird von Migrantenparteien reproduziert. Seit Langem wurde es in der deutschen Literaturwissenschaft unter dem Begriff "Betroffenheit“ kategorisiert, ebenso wie Narrative von LGBT und Gefangenen. Während die institutionelle Sichtweise darunter eine einseitige Stigmatisierung der Andersartigkeit darstellte, definierten die Schriftsteller Biondi und Shami die "Betroffenheit“ als "eine besondere Erfahrung und Emotion, die nicht vollständig erlebt werden kann, ohne Teil davon zu sein“, sowie als "Authentizität, die nicht ästhetisch beurteilt werden kann“. Diese Qualitäten sind zwar entscheidend für die Entwicklung von Erzählungen von Migranten als eigenständigem Genre. Dennoch bleiben sie noch am Rande der deutschen Kunst. Im Kontext ist bemerkenswert, dass Fatih Akin, der Regisseur der zweiten Einwanderergeneration, den rassismuskritischen Film "Aus dem Nichts” (2017) gedreht hat. Anstatt die NSU-Verbrechen an türkischstämmigen Deutschen zu erzählen, konzentriert sich der Film auf den Verlust von Katja (Diane Kruger), einer blonden, stereotypisch arischen deutschen Frau, die ,aus dem Nichts‘ ihren kurdischen Ehemann und ihren Sohn verliert. Technisch gesehen stehen die Umstände und Emotionen im Mittelpunkt der Erzählung, die Katja dazu bringen, Rache zu üben. Anstatt das Nicht-Weißsein als typisches Opfer eines rassismusthematisierten Films darzustellen, stellt Akin das Weißsein in den Vordergrund. Diese provokante Besetzung scheint eine Strategie des Regisseurs zu sein, um den Film dem deutschen Publikum vorurteilsfrei näherzubringen, wie Fatih Akins Interviewbemerkung zeigte, dass "sich alles rassistisch liest, wenn die Hauptfigur nicht weiß ist“. Zwar stellt der Film die Protagonistin als blonde arische Frau dar, die sich an Neonazis rächt. In Wirklichkeit geht es jedoch nicht um den Racheakt selbst, sondern um die universellen Gefühle wie Schock, Wut, Traurigkeit, die die Opfer auf diesem Weg durchleben. Es gibt also weder Katharsis noch Pathos durch die Rache in diesem Film. Insbesondere der trocken inszenierte Mord-Suizid in der Schlussszene enttäuscht die Erwartungen des Publikums vollkommen. Dadurch ermutigt Fatih Akin das Publikum, über bloßes Mitgefühl und Sympathie für die Betroffenen hinauszugehen und über den tief verwurzelten rassistischen Konflikt in apokalyptischer Dimension zu diskutieren. Dies deutet an, wie pessimistisch der Regisseur aktuelle Hassphänomene sieht.

키워드

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제목
‘당사자성’, 그 너머의 도발: 파티 아킨의 <심판>에 나타난 금발의 아리아인의 인종혐오범죄 복수극
제목 (타언어)
„Die Betroffenheit“ und Provokation jenseits der Betroffenheit: Die Rache einer blonden Arierin für ein rassistisch motiviertes Verbrechen in Fatih Akins „Aus dem Nichts“
저자
김혜진
DOI
10.30947/zfdsl.2025..108.197
발행일
2025-05
저널명
독일언어문학
108
페이지
197 ~ 215